(Blog) Künstlertreffen im Solomon-Judakov-Hausmuseum

Um das Aufenthaltsprogramm für den eingeladenen Autor, Matthias Jügler abwechslungsreich zu gestalten, wurden auch Autoren- bzw. Künstlertreffen im Esenin-Museum sowie Solomon-Judakov-Hausmuseum veranstaltet. In diesen Treffen wurde das Buch „Raubfischen“ von Gästen sehr gut eingeschätzt, da es um eine gleiche Eigenschaft des Protagonisten mit den usbekischen familiären Tradition geht – nämlich die Unterstützung der pflegebedürftigen Menschen, denn hier wird keiner seinen Nächsten bei schwerer Krankheit im Stich lassen. Weiterlesen

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(Blog) Kleiner Leuchtturm im Lernen der deutschen Literatur

„Welche deutsche Autoren kennen Sie?“ oder „Bücher von welchen gegenwärtigen deutschen Autoren lesen Sie gerne?“ lautete die Frage an die Teilnehmer der Workshops von Matthias Jügler im Goethe-Institut Taschkent, am Staatlichen Fremdspracheninstitut Samarkand und an Staatlichen Universitäten in Karschi und Urgentsch. Die meisten Antworten betrafen die klassische Literatur Deutschlands, ja, klar – es steht im Curriculum der jeweiligen Hochschulen, aber wieso wenig Interesse an deutscher Gegenwartsliteratur? Und gerade im digitalen Jahrhundert? Weiterlesen

(Matthias Jügler) Zurück

Zurück in Leipzig. Die Gesichter der Usbeken, etwas in ihnen, eine Mischung aus Angst, Vorbehalt und dem festen Wunsch sich mitzuteilen. Diese Gesichter habe ich vor Augen. Die Usbeken, die sich mir anvertraut haben, niemals in der Gruppe, immer nur im Schutz der Zeugenlosigkeit: Sie hätten Angst, sagte sie, sagte er. Menschen saßen, standen neben mir, jung und schön, und erzählten von Zwangsarbeit in den Baumwollfeldern. Baten um Anonymität, berichteten von Armut, von Angst vor Denunzianten, Korruption, von kritischen Journalisten, die gefoltert werden, verschleppt, wer weiß schon, wohin. Weiterlesen

(Matthias Jügler) Nach Fergana

Nebeltag. 13:15 Uhr. Fahrt von Taschkent nach Fergana. Dass ich in einem Diplomatenfahrzeug sitze, ist Zufall und Glück. Acht Inlandsgrenzen erzählt die Fahrerin, gilt es zu überwinden. Man werde uns durchlassen, dem grünen Kennzeichen sei dank. Taschkenter Umland: Felder, Kanäle, schlammiges Wasser, ein paar Angler, daneben Rohre, die aus den Fabriken kommen, die Abwasser bringen, Schwermetalle, anderes. Ob die Angler wissen, was sie da essten, mein erster Gedanke. Der zweite: Lieber Gift auf dem Teller als gar nichts. Auf den Feldern ringsum, auf der Straße sogar, sodass wir einen kleinen Slalom um die Herde einlegen: überall Hirten; sitzen, schauen, rufen, kein Tier verlieren. Weiterlesen

(Matthias Jügler) Samarkand

9:26 Uhr. Ich gehe immer geradeaus. Die Mausoleen, die großen Straßen, die Fahnen in Landesfarben, Stiefmütterchen in den Rondellen inmitten der Kreisverkehre. Bald schon sehe ich nichts mehr davon.

11:17 Uhr. Benahe außerhalb der Stadt: ein Bach in einer kleinen Schlucht. Die trockene Erde ist übersät mit Müll. Zigarettenpackungen, Dosen, Plastik, Unrat, alles. In diesem Wasser schwimmen keine Fische. Minuten stehe ich vor dem Abgrund. Auf der anderen Straßenseite: vier Männer, ein selbstgezimmerter Tisch. Sie spielen Backgammon. Ich fotografiere die Landschaft mit Müll. Sie winken mir zu. Weiterlesen