(Dagmar Leupold) Do swidanija, Piter

Ein letztes Winken: Erst heimgekehrt an die Isar werde ich all die Eindrücke, Begegnungen und Erzählungen in Ruhe bedenken und verarbeiten können. Und ich bin jetzt schon sicher, dass Spuren dieses wunderbaren Monats in kommenden Texten zu finden sein werden. Gut, dass solcher Reichtum nichts wiegt, sonst würde mich die Lufthansa vermutlich wegen Gewichtsüberschreitung an der Neva zurücklassen. (Auch nicht schlecht). Weiterlesen

(Dagmar Leupold) Von der Liebe zu den Katzen

Abends, auf dem Rückweg nach Hause, unweit der Isaak-Kathedrale, am Konnovardejskij-Boulevard: Eine Katzenskulptur aus Blech vor einem Hauseingang. Zunächst denke ich an den schwarzen Kater aus Bulgakovs „Der Meister und Margerita“ und vermute, dass es sich um eine Art literarischen Club handelt, aber als ich weitergehe, stoße ich auf einen Fahrradständer mit Katzenfiguren und weiteren Katzenmotiven. Weiterlesen

(Dagmar Leupold) Nagelneu

Amerikanerinnen und Russinnen eint die hingebungsvolle Pflege der Fingernägel. Es gibt sie – künstlich – in allen Längen und Mustern, getigert, gestreift, mit und ohne Glitzer und immer wieder auch als kleine Nationalflaggen gestaltet. Virtuos tippen die Petersburgerinnen dennoch damit auf den Displays der Smartphones, außerdem schreiben sich die meisten Botschaften ja ohnehin von allein. Weiterlesen

(Dagmar Leupold) Autorennen

Ich bin gern in St. Petersburg unterwegs. Ohne Angst, auch in der Metro, in deren Gängen, Bahnsteigen und Zügen es überdies von Sicherheitspersonal wimmelt. Alle haben mich vor Taschendieben gewarnt, insbesondere am Heumarkt, in dessen Umgebung so viele der Romane Dostojevskijs spielen. Vermutlich wurde die Warnung zurecht ausgesprochen, aber dennoch ist das eher ein globales Phänomen, das in Ballungszentren mit großer Dichte an Touristen auftritt – egal, ob Rom, Paris, Berlin oder eben St. Petersburg. Weiterlesen

(Dagmar Leupold) Hochzeiten finden hoch oben statt

Selten habe ich in meinem Leben in so knapper Zeit so viele Hochzeiten erlebt – außer vor einigen Jahren in Lemberg, das ich über Pfingsten besuchte und damit mitten in der Hochzeitssaison.

Vor einigen Tagen war ich an der Kazan-Kathedrale am Nevskij-Prospekt verabredet, stand in der warmen Sonne (die da noch schien) und schaute zum ehemaligen prächtigen Eckgebäude der Singer-Nähmaschinenfabrik, heute das dom knigi, das Haus des Buchs. Weiterlesen