30-09-2016

(Gregor Sander) Freitag, 30.9.16

Du musst dir noch die Hipsterstraße angucken, haben mir die Belarussen empfohlen, da sehe es ein bisschen aus wie in Berlin. Also gehe ich in die Straße des Oktobers in einem Industriegebiet hinter dem Hauptbahnhof und bin tatsächlich erstaunt, über die staatlich geduldeten und geförderten großen Graffiti an alten Fabrikgebäuden. Harmlose Katzen, Blumen und Mädchen mit wallenden Haaren. Aber in der Fabrik wird offensichtlich auch noch produziert und so gibt es einen Schaukasten mit den Fotos der Mitarbeiter des Monats, vor einer Leninskulptur, vor einem großen Graffito. Eine bizarre Mischung der Zeiten und Stile. Die Cafés in der Straße, wie das „Depot“, erinnern tatsächlich an Berlin, auch was die Preise angeht. Gepflegter, ruppiger Charme mit Tischen auf der Straße. Es gibt sehr gute gefüllte Blinis und die Kellnerin hat gefärbte Haare und Tattoos auf den Armen und mir fällt erst jetzt auf, dass ich seit Tagen niemanden mehr mit einem Tattoo gesehen habe. Eine lustige Straße, aber inzwischen soll es in den Vorstädten auch richtige Graffiti geben, die vom Staat nicht geduldet werden. Wie die wohl aussehen? Dafür reicht leider meine Zeit nicht mehr, aber vielleicht komme ich ja noch einmal wieder nach Belarus?

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